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Regionsmeisterschaften 2023 – Mehrkampf

von michaelp
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Mit der imposanten Zahl von 16 Teilnehmern gingen die Frankenberger bei den diesjährigen Regionsmeisterschaften im Mehrkampf in Euskirchen an den Start. Das ausgesprochen heisse Wetter verhinderte nicht, daß zahlreiche Athlet:innen persönliche Bestleistungen aufstellen konnten.

Frauen

Die Frauen waren mal wieder mit einer Mannschaft am Start. So stellten sich Paula Lassner, Michelle Börgers und Luisa Heining zum Saisonende der Mehrkampfherausforderung und mal wieder einer Hitzeschlacht, aber dies überaus erfolgreich. So konnte Paula ihre Bestleistung im Siebenkampf auf nun 4184 Punkte steigern und sich damit den Meisterschaftstitel sichern. Der Titel mit der Mannschaft ging ebenfalls an Frankenberg, den sich Paula zusammen mit Michelle und Luisa sicherten. Aber von Disziplin zu Disziplin:

100m Hürden

Für Michelle und Luisa startete der Mehrkampf mit der größten Herausforderung, den unbeliebten Hürden. Aber beide meisterten dies mehr als ordentlich und konnten mit 17,73s und 18,54s schon gute Punkte sammeln. Bei Paula hingegen hieß es mit einem guten Einstieg in den Mehrkampf zu beginnen, was mit sehr guten 16,20s auch gelang.

Hochsprung

Alle 3 bestätigen ihre guten Trainingsleistungen, wenn es auch eine Höhe hätte mehr sein dürfen. So gingen bei Luisa 1,32m, Michelle 1,40m und Paula 1,48m in die Ergebnisliste.

Kugelstoßen

Auch hier zeigten alle 3 Leistungen im Bereich ihrer Bestleistung. Während Michelle mit 6,48m ihre Bestleitung gar übertraf, fehlten Luisa bei ihren 6,91m gerade mal 4cm. Bei Paula waren es noch ein paar cm mehr, aber immer noch gute 9,77m.

200m

Zum Ende des 1sten Tages hieß es nochmal alle Kräfte zu mobilisieren. Zusammen in einem Lauf hatte Luisa bereits in der Kurve die Führung übernommen und verteidigte diese mit aller Kraft und 26,99s bis in Ziel. Paula kämpfte sich dahinter auf der Zielgerade noch ein wenig ran und kam auf 27,40s. Auch bei Michelle ließen die Kräfte auf den letzten 50m spürbar nach und sie kam nach 28,08s ins Ziel.

Weitsprung

Nach dem anstrengenden 1sten Tag wartete mit dem Weitsprung eher eine Lieblingsdisziplin der 3 Athletinnen. Und so glänzte Paula mit 5,08m, Michelle kam auf gute 4,66m und Luisa ohne Brett auf 4,57m

Speerwurf

Speerwurf als eine Lieblingsdisziplin zu bezeichnen, wäre etwas vermessen. Aber Paula glänze erneut und stellte mit 30,72m eine neue persönliche Bestleistung auf. Für Michelle wurde es zum Zielwerfen und scheiterte mit 19,83m knapp an den 20m. Luisa kam in ihrem ersten Speerwurf Wettkampf auf 15,87m.

800m

Für Paula hieß es erneut alle Kräfte zu mobilisieren, rief doch die neue PB im Siebenkampf. Dazu war eine 2:37min notwendig. Mutig führte sie das Feld in der ersten Runde an, wurde dann von 2 Athletinnen überholt, konnte deren Windschatten ein wenig nutzen, bevor sie abreißen lassen musste. Am Ende blieb die Uhr bei 2:35,05min stehen, die Bestleistung im Siebenkampf war gesichert. Michelle konnte trotz Triathlonvorbereitung nicht ganz mithalten und kam nach 2:45,36min ins Ziel. Luisa hatte schon beim Trainingslauf gemerkt, dass die 800m anstrengend werden. Tapfer lief sie in der hinteren gruppe mit und konnte mit 2:56,71min noch deutlich unter der magischen 3 Minuten Grenze bleiben.

Unterstützt wurde alle Drei von Chrissi an beiden Tagen und den Ninas, sowie Hannah und Anhang am Sonntag!

Auch die männliche Gruppe stellte sich der Herausforderung Mehrkampf. Dabei stand nicht nur der persönliche Kampf gegen ungewohnte Disziplinen, sondern auch das Team im Vordergrund. Bei 16 Teilnehmer:innen der DJK Frankenberg war der Rückhalt und die Anfeuerung auch der zahlreichen Fans und Eltern sicher.

Die Zahlen der 9 "Männer" sprechen für sich: 4 Titel, 2 Vizemeisterschaften, 3 Bronzemedaillen und 61 persönliche Bestleistungen sicherten wir uns.

Schüler M14 M15

Die Jüngsten mussten zwar "nur" einen Neunkampf absolvieren. Aber der hatte es in sich und lieferte einige positive Überraschungen.
Lukas Heining wurde im Vierkampf Dritter und den Neunkampf beendete er auf dem obersten Treppchen. Die 100m rannte er in 13,98sec. wieder unter der angestrebten 14er Grenze und wuchs im Hochsprung mit 1,28m über sich hinaus. Auch über die 80m Hürden platzte der Knoten. Auf einmal klappte der 4er Rhythmus und 15,04sec. im ersten Rennen überhaupt waren stark. Mit Stabhochsprung stand die anspruchsvollste Disziplin noch aus. Doch Lukas meisterte gekonnt die 2,00m. Respekt für seine 14 Jahre. Zwar lief es in den Würfen nicht rund, aber dafür sammelte er über 1000m in 3:26,16min. die meisten Punkte. Lohn nach den Strapazen: 3304 Punkte und ein goldener Wimpel.

Kolja Menke, ein Jahr älter als Lukas verließ das Erftstadion als Doppelmeister. Der Vierkampf war mehr als solide, über 100m und im Weitsprung fehlte nur wenig zur Bestleistung, aber dann legte er 7 Bestleistungen nach. Hochsprung war top mit 1,48m. Doch der zweite Tag wurde noch besser. Den Hürdenwald bewältigte er in 13,14sec., für einen Nichtspezialisten echt stark. Auch in den Würfen bestätigte er vor allem im Speerwurf mit 29,61m seine Trainingseindrücke. Die toppte er mit dem Stab. Erst nach sensationell übersprungenen 2,50m war die neue Lust auf Rekordhöhen gestillt. Und dann kam ja noch seine eigentliche Paradedisziplin, die Mittelstrecke. 1000m in einem Solorennen, bei Mittagshitze und nach 8 Disziplinen forderten ihren Tribut. 9 Hunderstel fehlten zur 3 Minuten Marke. Nur kurz hielt der Ärger an, denn hervorragende 4261 Punkte im Neunkampf bedeutete nach dem Vierkampferfolg am Vortag Titel Nummer 2 für Kolja. Wahnsinn!

Männliche Jugend U18

Die zwei Jugendlichen Jonas Dautzenberg und Jonathan Lebherz wagten sich ins Abenteuer "erster Zehnkampf". Dabei machten sie wichtige Erfahrungen, dass 10 Bestleistungen hintereinander eher selten sind, sondern dass ein Mehrkampf Höhen und Tiefen bietet und gerade das den Reiz und die Faszination eines Zehnkampfes ausmacht. Jonas startete durchwachsen. Der Startblock rutschte weg, das Brett wurde nicht getroffen. Punkte blieben liegen. Doch es galt, das wegzustecken. Da kam Kugel gerade richtig. Mit 11,18m stieß er erst zum zweiten Mal über die 11m und sammelte die meisten Punkte. Auch im Hochsprung lief es nich wie erhofft, aber der wahre Zehnkämpfer greift über 400m in alter Familientradition wieder an. Mit einer Zeit unter 60 Sekunden übernachtete er auf dem 6. Platz nach dem Fünfkampf. Der zweite Tag bietet direkt mit den 110m Hürden um 10:30 Uhr die ersten 10 Hindernisse. 20,40sec. gingen in die Wertung ein. Die schwierige Umstellung auf Diskus wollte nicht so richtig gelingen, aber trotzdem warf er mit 29,20m knapp an seine Bestleistung.

Dann freute er sich auf den Stabhochsprung, der nicht nur im Training Glücksgefühle, sondern im Wettkampf mit tollen 2,50m einen Höhenrausch auslöste. So gestärkt lieferte Jonas im Speer mit 38,75m und über 1500m in 5:29,34 noch zwei ganz starke Bestleistungen ab. 4016 Punkte und der Vizetitel waren der Lohn.

Jonathan Lebherz startete direkt mit einer neuen Bestzeit über 100m in den Zehnkampf. 12,48sec. ist der neue Bestwert. Auch 5,52m im Weitsprung war knapp an seiner Bestleistung. Auch in den Würfen zeigte er sich gegenüber dem Training verbesserte. Aber dann kam der Hochsprung. Angefangen bei 1,32 (!) steigerte er sich von Sprung zu Sprung und überwand schließlich herausragende 1,72m. Da war auch er selbst von seinem schlummernden Talent überrascht. Nach sehr guten 57,43 als zweitschnellster über 400m sicherte er sich mit 2455 Punkten den Bronzewimpel im Fünfkampf. Über die Hürden an Tag 2 ist genau wie bei den Würfen noch an der Technik zu feilen, aber er lief in 19,97sec. und warf mit Diskus und Speer in die Punkte. Auch im Stab war er mit 2,40m gut unterwegs, aber beim letzten Versuch landete er unglücklich neben der Matte, so dass er leicht verletzt und geschockt, vorsichtshalber die 1500m aufgab. Doch davon sollte er sich nicht entmutigen lassen, auch für 9 Disziplinen gab es Platz 4, und der sensationelle erste Tag bleibt!

Männer

Kommen wir zu der vom Stadionsprecher angekündigten Elite mit 5 Frankenbergern, von denen Zwei wie die 4 Jugendlichen zum ersten Mal einen Zehnkampf machten. Routinier Clemens Siebers lieferte einen starken Zehnkampf ab. Besonders der erste Tag bot zahlreiche Höhepunkte. Gegenwind und kein Brett verhinderten eine deutliche Steigerung im Weitsprung. Trotzdem gingen erfreuliche 6,15m in die Wertung ein. Auf Bestleistungskurs lag er dann im Hochsprung, wo er ganz starke 1,76m (neue pB) überwinden konnte. Zum Abschluss des ersten Tage rannte er drei Sekunden schneller die 400m als zuvor. Hervorragende 51,40sec. rundeten einen gelungenen ersten Tag mit starken 3232 und Rang 1 ab. Doch dann hatte sich Clemens in Leo Neugebauer ein zu großes Vorbild genommen. Voll im die erste Hürde, Geschwindigkeit, Rhythmus und somit 300 Punkte waren weg. Das ist halt Zehnkampf. Mit dem Stab überquerte er 2,90m (2 Zentimeter fehlten) und warf endlich den Speer auf 42,16m und eine neue persönliche Bestleistung. Auch für den abschließenden beherzten 1500m Lauf in 4:53,75min. gab es ordentlich Punkte.

So bedeuteten 5458 Punkte natürlich eine neue Bestleistung (trotz der Hürden) und die Vizemeisterschaft. Echt stark.
Tobias Owolabi war für mehrere Wochen zum Praktikum wieder in Aachen und gönnte sich einen Mehrkampf. Obwohl er nicht kontinuierlich trainieren konnte, wusste er erneut zu überzeugen. Gerade die nur knapp ungültigen Sprünge deuteten seine Sprungkraft über 6m an, die er dann im Hochsprung mit neuer Bestleistung von 1,64m zeigen konnte. Weitere Bestleistungen gab es über die Hürden (18,93sec.), quasi im Stabhochsprung mit technisch guten 3,10m und im Speerwurf mit 33,83m. Durch mutiges Mitgehen mit Clemens konnte er sich über 1500m eine neue Bestleistung im Zehnkampf sichern. Für 4532 Punkte gab es zudem Platz 3.

Zwischen den anderen Dreien gab es einen spannenden Dteikampf um den begehrten dritten Platz in der Frankenberger Mannschaft. Die Debütanten Philipp Bauer und Cedric Troedl kämpften sich durch die zwei Tage. Viele Disziplinen boten Neuland. Philipp warf den Diskus auf gute 24,39m und steigerte sich in seinem ersten Stabwettkampf auf respektable 2,30m. In seiner Lieblingsdisziplin Speerwurf gelangen ihm endlich wieder schmerzfreie Würfe auf 38,52m. Doch die eigentliche Leistung war die Beendigung des Zehnkampfes mit Punkten in allen Disziplinen. Genauso wie für den ehemaligen Wildwasserkanuten Cedric. In den meisten Disziplinen kam er wegen Urlaubs zwar nicht an seine Saisonbestleistungen heran, aber gerade in den technisch anspruchsvollen Disziplinen wie Hochsprung (1,44m), Stabhochsprung (2,10m) und Speerwurf (30,19m) wusste er wirklich zu überzeugen. Zudem lieferten die Zwei ein wahres Hürdenspektakel. Nur knappe 50 Punkte hinter Philipp landete er auf dem 6. Rang. Ein tolles Debüt für Beide.

Somit ist das Geheimnis der Mannschaft auch gelüftet. Matthias Jüssen sicherte sich den Platz im Team mit konstanten Leistungen. Hervorzuheben sind die 1,64m im Hochsprung und die zwei Bestleistungen mit dem Diskus (20,84m) und gute 2,30m mit dem Stab. 3642 Punkte trugen zur Mannschaft bei. Die Herren Siebers - Owolabi- Jüssen gewannen somit die Mannschaftswertung mit tollen 13632 Punkten, die zur Zeit zudem Rang 7 in der Deutschen Bestenliste bedeuten. 

Weibliche Jugend

Auch von der weiblichen Jugend waren vier Damen am Start: Monika Seiler und Maria Dellen in der WU18, Lilith Bruynswyck in der W15 sowie Eylem Ilik in der W14. Für alle Vier war es die Siebenkampf-Premiere und alle Vier haben in allen Disziplinen Punkte gemacht und für alle gab es auch neben den jeweiligen Premieren-Leistungen (7-Kampf und Hürden für alle, Kugel für Monika und Maria usw.) auch richtige persönliche Bestleistungen: Monika in Hoch und Weit, Maria in Hoch und Speer, Eylem in Weit und Speer und Lilith in Kugel!

Allen Athlet:innen die herzlichsten Glückwünsche. Es war ein mitreißendes Wochenende. Endlich wieder Mehrkampf Feeling (nach Corona wurde das wirklich vermisst). Wie sagte auch der Cheforganisator Hans Werner Pütz: "Für jeden beendeten Mehrkampf lohnt sich der ganze Aufwand." Das sehen wir auch so. Jeder krönte sich zum oft zitierten "König der Athleten".